Schwäbische Zeitung Ulm

„Glanzpunkt bei der Münstermotette

. . .  Bei der Solokantate „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir" ... hatte der Solist gute Gelegenheit, mit seinem großvolumigen, locker sich entfaltenden Baß, bei behutsam aufgebauter Dynamik, zu brillieren."
 

Südwestpresse Ulm

. . . „entfaltete der Bremer Bassist Ben Königes, der nicht zum ersten mal in  Ulm gastierte, den ganzen Umfang seiner voluminösen Stimme."
 

Haller Tagblatt

„...Jetzt trat der Bassist Ben Königes in Aktion. Der Schüler von Prof. August Meßthaler besticht durch einen schönen, vollen, nicht zu dunklen Baß. Er singt mit ausdrucksvoller Stimme ... und war auch in den Koloraturen des Bruhnsschen Werkes sicher und überzeugend."
 

Haller Tagblatt   (Laura Aldinger zur Winterreise von Schubert)

„Was Ben Königes (Baß) und Marlene Wollmann (Klavierbegleitung) darboten verriet sorgfältige und kompetente Vorbereitung. Wohltuend berührte der Verzicht auf vordergründige Effekthascherei wie die sorgsam gewählten Tempi.
... wurden die Hörer mehr und mehr in Bann gezogen von der Ausdrucksfähigkeit seiner Stimme und der glaubhaft gestalteten Wanderung durch Gefühlswelten...

Königes verstand es, seine Gestaltungsmittel ökonomisch einzusetzen und jederzeit persönlich so präsent zu sein, daß ein Spannungsbogen vom ersten bis zum letzten Lied entstand.„

 

 

Biblische Gesänge

Klarheit und Klangfülle   (Bayreuth 2.8.97) HANS-JOACHIM BAUER
Konzert für Baß und Orgel in Schloßkirche zu Ehren von Brahms

Zu ehren des 100. Todesjahrs von Johannes Brahms veranstalteten Ben Königes (Baß) und Christoph Krückl (Orgel) am 30. Juli in der Schloßkirche ein Gedenkkonzert, das in seiner schönen Klarheit der „Vier ernsten Gesänge" von Johannes Brahms und der warmen Klangfülle bei der Interpretation von Anton Dvoráks „Sechs Psalmen op. 99" eine schöne Stunde besinnlicher Einkehr bot.

Anschauliche Interpretation.

Ben Königes Stimme hat in ihrem Volumen wahre biblische Ausmaße und ist deshalb besonders gut geeignet, derlei Vertonungen  ergreifend zu interpretieren. Die Klarheit des Elementarischen in den Bibeltexten kam anschaulich zum Ausdruck, zumal die Schlichtheit und Wahrhaftigkeit dieses Ausdrucks das überzeugendste Ausdrucksmittel selbst war. So gelang auch zu Beispiel im Abschnitt „ O Tod, wie bitter bist du" eine überzeugende Mahnung, die über Besänftigung bis zum Trost sich verwandelte.
Von ähnlich anschaulicher Interpretation waren auch die Gesänge der von Dvorák komponierten „Sechs Psalmen"
geartet: hier allerdings mehr Musikdramatik mit eindringlichem Erzählton, gelegentlicher Traulichkeit und Tönen der Verkündigung, bis hin zum abschließenden Alleluja auf den Text „Ein neues Lied will ich dir singen".
Neben der sehr einfühlsamen Begleitung dieser eben charakterisierten Gesänge hat Christoph Krückl an der Orgel noch
das einleitende „Präludium und Fuge in g-Moll" von Johannes Brahms und die gleichsam in scharfen Zungen interpretierte „Introduktion und Passacaglia d-Moll" von Max Reger mit Verve und technischer Brillanz vorgetragen.
Aber wie so oft war wenig Publikum in einem Konzert, das mehr Aufmerksamkeit verdient  gehabt hätte, jedoch sehr
anerkennenden Beifall erfuhr.

Heine-Abend

Die Stimme träumt mit   (HT 10.3.98)  RICHARD FÄRBER

Interpretation aber weitgehend dem Sänger überlassen

Prosa und Lieder von Heinrich Heine: Karla Gräf, Marlene Wollmann und Ben Königes tragen auf Einladung von Volkshochschule und Stadtbibliothek in der für lyrisch-literarische Verhältnisse hervorragend besuchten Hospitalkirche vor.

... Karla Gräf ... nähert sich den Texten ... auf Zehenspitzen, als wolle sie jegliche Fehlinterpretation ausschließen. Sie erreicht damit zwar, daß Heine für sich selbst spricht (was er bestens kann), verzichtet aber dafür (bewußt?) auf den spannenden Kontrast, den man bei zwei Vortragenden eigentlich hätte erwarten können. Sie überläßt, mit anderen Worten, das weite Feld der Interpretation und der Emotion  widerspruchslos dem Sänger Ben Königes.
Der einen Widerpart verdient hätte. Denn Königes taucht, von der Pianistin Marlene Wollmann in adäquater Zurückhaltung begleitet, tief ein in die Psyche des Dichters. Stimmt: Schumann und Schubert haben das Tonmaterial geliefert, ein ausgebildeter und erfahrener Sänger mag da wenig falsch machen können. Aber Königes vermag durchaus eigene Nuancen einzubringen: Er empfindet nach, er lächelt, trauert, träumt und liebt und mit ihm tut dies seine Stimme, die sich zwar oben manchmal ein wenig anstrengen muß, von ihrer Souveränität aber nichts abgibt. So daß man schließlich mit Recht den Abend überschreiben kann mit „Königes interpretiert Heine".

 

Franz Schuberts „Winterreise" mit Ben Königes in der Hospitalkirche

Schlüsselwerk der Romantik durchdacht interpretiert (HT 2.3.99) HELMUT BRANDT
„Zyklus schauriger Lieder" riß manchen Zuhörer aus lyrischer Erwartungshaltung

... Als musikalisches Schlüsselwerk der Romantik hatte die „Winterreise" ein zahlreiches und teils bemerkenswert junges Publikum angezogen.
Bereits das erste der 24 Lieder riß die  Zuhörer aus  ihrer lyrischen Erwartungshaltung. Die hart stampfend daherkommenden  Klavier-Achtelnoten sorgten für Verstörung. Ganz bewußt, waren doch auch Franz Schuberts Freunde von seinem „Zyklus schauerlicher Lieder", wie er selbst sie nannte, zunächst „ganz verblüfft" gewesen.

... Mit seiner  metallischen und doch angenehm weichen Stimme traf Ben Königes den jeweils gemäßen Ton für das Getriebensein des Wanderers, selig-unseliges Erinnern an bessere Tage, heroisches Aufbäumen vor dem Versinken in Resignation. Ohne lyrische Exzesse traf Königes zarte Nuancen („Der greise Kopf"), den Volkston des „Lindenbaums" und die schnellen Stimmungswechsel etwa im „Frühlingstraum".

Marlene Wollmann verband eine durchdacht Gestaltung des in vielen Liedern als durchaus gleichberechtigt angelegten, übrigens oft ausgesprochen schwierigen Klavierparts mit einem hohen Maß an begleiterischer Sensibilität. So herzlich war den Applaus, daß „Aufenthalt" aus dem „Schwanengesang" als Zugabe erklang.

Lieder vom Tod

Bin Freund und komme nicht zu strafen   (HT 20.11.99) RALF SNURAWA

„Dunkel ist das Leben, ist der Tod", so klingt es noch in Gustav Mahlers „Trinklied vom Jammer der Erde". Dieses auf dem Kulminationspunkt der Spätromantik geschriebene Lied zeigt wohl am deutlichsten die Thematisierung des Todes in der Musik der Romantik. Schubert ist hier als einer der ersten zu nennen, bei dem der Tod eine zentrale Rolle im Liedschaffen spielte, so beispielsweise in seinem Lied „Der Tod und das Mädchen" auf ein Gedicht von Matthias Claudius.

Ben Königes, Bass, trug, am Klavier begleitet von Marlene Wollmann, dieses Schubert-Lied am Dienstag in einem Liederabend vor, der den Vortrag „Der Tod und sein Gegenüber im Totentanzgemälde" von Hildegard Bock umrahmte, in dem es vorwiegend um Darstellungen des 15. Jahrhunderts ging. Im Mittelpunkt standen dabei Basler Totentanzgemälde, in denen der Tod zum Tanz aufspielt. Daneben wurde - mit Blick auf die Lieder von Schubert und Mussorgski - auch das Sujet des Todes angesprochen, der zum Tanz auffordert: mit dem Kardinal, dem Krämer oder der Jungfrau.
Vor diesem Vortrag erklangen die „Vier ernsten Gesänge" von Johannes Brahms, ein abgeklärtes Alterswerk. Sowohl Ben Königes als auch Marlene Wollmann betonten den Facettenreichtum dieses Liedzyklus: Sei es das besonders expressiv ausgeführte resignative Moment, sei es der verklärende Aspekt, die Klage oder das Sich-Beruhigen. Ben Königes überzeugte mit seinem profunden Baß vor allem im ersten der vier „Gesänge" mit seiner monotonen Diktion, aber ebenso sanften und zarten Passagen. Er harmonierte hervorragend mit Marlene Wollmann, deren Spiel zwar vorwiegend dezent begleitend war, aber durchaus nicht nur im Hintergrund blieb, sondern an entscheidenden hervortrat. Besonders deutlich wurde dies vor allem bei Mussorgskis „Lieder und Tänze des Todes", die extrovertierter als Brahms` Lieder, ja sogar dramatisch fordernd sind. Marlene Wollmann verstand es hier gekonnt zu untermalen und führte das Klavier als der Stimme gleichberechtigt vor. Dies war beim „Trepak" von entscheidender Bedeutung, denn die dissonanten Akkordeinwürfe des Klaviers karikieren die vermeintliche Idylle des Textes am Schluß des Liedes. Ben Königes zeigte in diesem Zyklus insbesondere die dynamische Bandbreite seiner Stimme: Vom schmeichelnd-geschmeidigen und verhaltenen „wonnig und zauberhaft" der „Serenade" bis hin zum kräftigen Schmettern bei „Kanonen donnern" in „Der Feldherr".
Insgesamt war es ein rundum gelungenes Konzert, von einer Art, wie man es gern des Öfteren in Hall hören möchte, denn Liederabende sind in dieser Stadt eine Rarität.
 
 
 
 
 
zurück